Schreibwettbewerb „Zeichen setzen“

Schreibwettbewerb „Zeichen setzen“

Wir sind stolz darauf, dass unsere Schülerin Leonie Rühle (9b) den 10.Platz beim Schreibwettbewerb „Zeichen setzen“ gewonnen hat! Gratulation!

Nachfolgend der Gewinnertext und eine Erklärung von Leonie, warum sie daran teilgenommen hat und was das für eine Erfahrung für sie war:

 

Weltknistern

Das hier geht an diese Menschen, die mir gezeigt haben, wie ich nie werden möchte. Sie haben mich verändert. Ich bin schlechter in der Schule geworden und mir waren die Hausaufgaben egal. Mir war irgendwie alles egal. Ich habe Menschen vertraut und habe ihnen alles erzählt. Dabei habe ich die Menschen, die schon Jahre für mich da waren, komplett aus den Augen verloren. Ich habe sie nicht mehr beachtet, da ich dachte, dass ich jetzt neue Freunde habe. Ich habe aber überhaupt nicht bemerkt, was das alles aus mir gemacht hat. Immer dazu gehören wollen, die neuesten Klamotten tragen und jeden Tag mit neuen Schuhen angeben. Ich habe mitgemacht, ich war nur Mitläufer! Das ist das, was mich am meisten ärgert. Man hat uns doch Geist und Gefühl gegeben und doch sind wir nur Mitläufer! Ich habe mich als Person nicht mehr wahrgenommen. Ich kannte mich nicht mehr. Bis irgendwann alles aufgeflogen ist. Es hat mich in ein tiefes Loch katapultiert. Ich habe mich einsam und alleine gefühlt. Ich habe mich aufgegeben.

Auf einmal waren SIE da. Die Menschen, dir mir dann zugehört haben, denen ich meine Fehler gestanden habe ohne mich zu schämen. Sie haben mir geholfen aus dem tiefen Loch wieder herauszukommen. Das ist für mich Weltknistern, wenn man die kleinen Dinge im Leben wahrnimmt und sie schätzt. Diese Menschen sind jetzt meine besten Freunde. Eigentlich schon seit vielen Jahren, ich habe sie nur nicht wahrgenommen. Sie akzeptieren mich so, wie ich bin und verändern mich nicht. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie jetzt. Ich bin ihnen sehr dankbar. Bei ihnen ist man gemeinsam stark und ein Team. Trotzdem ist jeder von uns einzigartig und wertvoll. Ich habe mich jetzt auch in der Schule verbessert und fühle mich so wie ich bin sehr wohl. Ich finde, daran erkennt man richtige Freunde. Richtige Freunde mögen dich auch, wenn du nicht die teuersten Markenklamotten trägst, die perfekte Haut hast oder 1,2 Kilo mehr drauf hast. Wer deine wahren Freunde sind, merkst du erst, wenn die falschen weg sind. Und das ist eigentlich falsch. Man soll das unscheinbare wahrnehmen und daran festhalten. Man muss nicht immer mit der Gruppe ziehen. Du kannst auch mutig sein und sagen: „Nein. Ich bin auch jemand!“ Das beweist nämlich Stärke, wenn du deine eigene Meinung vertrittst und dafür einstehst. Du wirst sehen, du stehst nicht alleine da. Vielleicht wirst du sogar zum Vorbild für manch andere. Die ganze Situation hat mich so viel stärker und selbstbewusster gemacht. Ich finde es schade, dass dies sich nicht viele trauen. Sie vertrauen sich selbst zu wenig. Ich habe mich das auch nicht getraut, das gebe ich zu. Immer der Starke spielen, obwohl du so zerbrechlich bist. Immer ein Lächeln aufsetzen, obwohl du jetzt weinen könntest. Echte Freunde merken auch das. Wenn du lächelst aber innerlich zerbrichst. Mit echten Freunden kann man kommunizieren ohne zu sprechen. Sie verstehen dich blind. Das ist das, was eine wahre Freundschaft ausmacht. Das ist auch das, was Weltknistern ausmacht. Nicht nur an sich selbst denken, sondern deinen nächsten lieben, anderen helfen, zuhören und mit ihnen reden. Und das haben viele Menschen nicht. Den Mut, auch mal vor den „tollen“ Freunden den „schwächeren“ zu helfen. Man möchte immer nur beeindrucken. Das ist das, was ich mit meinem Geschriebenen erreichen möchte. Sich für andere zu öffnen, für sie da sein und natürlich auch viel Spaß im Leben haben. Viel Action mit DEINEN RICHTIGEN FREUNDEN!

Mit ihnen Geschichte schreiben und sich gemeinsam später an die alten Zeiten zurück erinnern. Dann werdet ihr sagen: „Ich habe viel in meinem Leben erreicht und bin stolz auf mich!“

Das Leben ist viel zu kurz um traurig zu sein!

Das Leben ist schön!

„Zeichen setzen 2018

Ich kann meine Gedanken besser zu Papier bringen als aussprechen. Meine Erzählung ist eine wahre Geschichte. Ich wollte schreiben, ich wollte mein erlebtes zu Papier bringen um freier zu sein. Ich wollte damit nicht erreichen zu gewinnen, ganz im Gegenteil: mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich nicht unter den Gewinnern sin werde und erst recht nicht unter den 10 besten in ganz Baden-Württemberg. Tatsächlich habe ich es geschafft und ich bin stolz darauf. Ich bin stolz auf mich, dass ich mich getraut habe, meine Geschichte einzuschicken, es einfach zu versuchen. Als ich dort ankam war ich mega nervös. Ich mein, ich war das erste Mal in einer Akademie. Mir hat das wahnsinnig viel Spaß gemacht und es hat mir auch sehr viel bedeutet, dass meine Familie und meine Freunde stolz auf mich sind. Der Schulleiter Herr Druba hat mich dann direkt begrüßt. Hannah M. Petereit war auch dort, eine Autorin, die aus ihrem Buch „Hälften“ vorgelesen hat. Es hat Spaß gemacht ihr zuzuhören, denn jeder Leser interpretiert die Geschichte anders und betont es daher auch anders. Sie hat es so betont, wie sie es meint und geschrieben hat. Ich habe mich in der Pause eine Weile mit ihr unterhalten. Nach der Pause kam die Preisverleihung, das spannendste. Herr Druba und drei seiner Schülerinnen haben moderiert. Als ich dann auf der Bühne stand, hat mir das sehr viel bedeutet, denn erst dann habe ich realisiert, dass ich es geschafft habe. Als es hieß, ich habe den 10. Platz war ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht von mir selbst aber als ich dann mitbekommen habe, dass ich die jüngste war und die einzige war, die nicht auf dieser Akademie zur Schule geht habe ich mich und meine Familie natürlich riesig gefreut.“

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